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Reineccius-Medaille

Auslobung einer Ehrung für „Querdenker und Pioniere" in Anlehnung und Erinnerung an „Reiner Reineccius - Der Steinheimer"

Reiner Reineccius war als Wissenschaftler und Gelehrter ein anerkannter Historiker im 16. Jahrhundert, einer Zeit des Aufbruchs, der Entdeckungen, religiöser und politischer Strömungen und Erneuerungen sowie großer Not und Elend, verbunden mit kriegerischen Auseinandersetzungen, Aufständen und Krankheitsepidemien.

Zeitgenossen Reineccius waren z.B. Nikolaus Kopernikus, Gerhard Mercator, Martin Luther, Melanchthon, Lucas Cranach, Adam Riese, Zwingli, Galileo Galilei, Michelangelo, Tizian, Paracelsus, Calvin aber auch Francisco Pizarro, Thomas Cromwell, Königin Elisabeth die I. Maria Stuart, Zar Iwan der IV (der Schreckliche) Kaiser Karl V, König Heinrich der IV, Katherina von Medici, Francis Drake.
Ereignisse der Zeit: Bauernkriege, englisch-schottischer Krieg, Unterwerfung der amerikanischen Ureinwohner, päpstliches Konzil von Trient, Hugenottenkriege, Türken belagern Wien, Einführung des gregorianischen Kalenders, Seeschlacht mit der Niederlage der spanischen Armada, Reformation und religiöse Glaubenstreitigkeiten und Kriege.

Die Epoche, in der Reineccius lebte, bot Wissenschaftlern und Gelehrten enorme Möglichkeiten Pionierarbeit in vielerlei Hinsicht zu leisten. Allerdings lebten Menschen mit einer nicht der Obrigkeit gefälligen Meinung auch sehr gefährlich, so dass Querdenker und Pioniere häufig auf der Flucht waren. Letztendlich erging es auch Reineccius so, der seinen Lebensmittelpunkt häufig wechselte um sein Lebensziel umzusetzen. Es hat den Anschein, als habe Reineccius von Anbeginn seiner wissenschaftlichen Arbeiten ein klares Ziel vor Augen gehabt: Die Erstellung einer umfassenden Weltgeschichte - „dem Syntagma".

Neid, Missgunst, religiöse Streitigkeiten und Krankheitsepidemien haben ihm das Leben und seine Arbeit erheblich erschwert. Trotzdem hat er sich nie von seinem Weg abbringen lassen und konsequent seine Forschungsarbeiten weiterbetrieben, obwohl es ihm möglich gewesen wäre als anerkannter Gelehrter an verschiedenen Universitäten ein viel einfacheres, sorgenfreieres und finanziell gesichertes Leben zu führen.

So verweigerte Reineccius z.B. beharrlich die Unterzeichnung der Konkordienformel, einer Bekenntnisschrift zur Vereinheitlichung der lutherischen Glaubensinhalte, die jeder Bedienstete des Herzogs von Braunschweig zu unterzeichnen hatte, trotz der damit verbunden Gefahren für ihn.

Beschäftigt man sich mit dem Leben und Wirken des Reineccius, so wird deutlich, dass er nicht nur ein Pionier der Geschichtsschreibung war, sondern auch ein Querdenker seiner Zeit, der nie die entsprechende Würdigung seines Lebenswerkes erfahren durfte wie viele andere Querdenker auch.

Ohne die vielen Querdenker, die oft als das „Salz in der Suppe" bezeichnet werden, sähe unsere Welt vermutlich ganz anders aus und wäre geistig, kulturell, künstlerisch und auch wirtschaftlich viel ärmer.

So stellt sich uns heute die Frage, ob es in der jetzigen Zeit / Gesellschaft auch noch Raum und Platz für Pioniere und Querdenker gibt, obwohl es so erscheint, dass alles durchdacht, vermessen, beschrieben, erläutert, erforscht, vermasst und berechnet ist.

Wir glauben, dass „Querdenken" auch heute noch genauso wichtig und gefragt ist wie in der bisherigen Geschichte der Menschheit, obwohl Querdenker oft unangenehme Zeitgenossen sind, da sie sich bestehende Dogmen und althergebrachte Meinungen widersetzen, Bedenken anmelden und unliebsame Fragen jenseits gelegter Denkgleise und Handlungsmuster stellen. Sie stören die Gemächlichkeit ihrer Umwelt, rütteln an der Bequemlichkeit und Sorglosigkeit ihrer Zeitgenossen. Sie drohen mit Veränderung, was per se den meisten Menschen Ängste abnötigt und bringen die Stabilität der Üblichkeit mitunter erheblich ins Wanken.

Worum geht es einem Querdenker bei seinem Handeln? Er will grundsätzlich durch eine Idee einen bestehenden Missstand ändern und nach besseren Alternativen suchen. Eben weil er sich dabei oft außerhalb üblicher Denkschemata bewegt und selbst vor verrücktesten Gedanken und Einfällen keinerlei Scheu hat, kommt der Querdenker zu „verrückten" Alternativen und Lösungen, die nicht selten seinen Mitmenschen erst einmal Kopfschütteln, Verwunderung oder Staunen abnötigt.

Ihnen, den wahren Querdenkern, sollte Lob und Anerkennung gezollt und Hilfe zur Verfügung gestellt werden, um sie in Ihrer Arbeit und dem Kampf gegen die Ängste und Vorurteile ihrer Mitmenschen zu unterstützen.

Wir wollen mit der Veröffentlichung und Auslobung der „Reineccius-Medaille" eine Plattform / Basis schaffen, die Pioniere und Querdenkern auszeichnet und Ihre Arbeiten würdigt und ehrt.

Gleichzeitig ist beabsichtigt, einen Aufruf zu starten auch heute Pioniergeist zu beweisen und quer zu denken.

Wir wollen Menschen dazu ermutigen „über den eigenen Tellerrand" hinwegzuschauen, Gedanken und Ideen weiter zu entwickeln und umzusetzen, kreativ zu sein, sich mit Dingen zu beschäftigen, die Neuland sind und vielleicht deshalb von anderen Mitbürgern als „Nonsens" bewertet werden, Aufbruchstimmung erzeugen und Mut machen etwas anzupacken und zu bewegen.

Dazu wurde im Januar 2008 eine Jury gebildet, die sich mit dem Thema „Querdenker und Pioniere" beschäftigte und auseinander gesetzt hat. Diesbezüglich ist ein Auswahlverfahren erarbeitet worden, nach dem die Jury einen geeigneten Kandidaten/in findet, der/die dem Anforderungsprofil eines Querdenkers und Pioniers entspricht.

Ein Dank gilt an dieser Stelle besonders der Volksbank Bad Driburg-Brakel-Steinheim e.G., die sich des Themas angenommen hat, die Erarbeitung und Herstellung der aufwendigen Medaille finanziert und das weitere Geschehen rund um die „Pioniere und Querdenker" begleiten wird.

Am Rande informiert

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