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Biotopvernetzung

Unter Biotopvernetzung wird die Anlage und Wiederherstellung (Renaturierung) linearer oder flächig/punktförmiger Landschaftsstrukturen verstanden, die als Verbindungselemente (Korridore) zwischen verbliebenen großräumigen Biotopen oder Biotopresten dienen. Damit ist die Vernetzung keine selbständige Maßnahme; sie setzt das Vorhandensein naturnaher Biotope in ausreichender Anzahl, Flächengröße und Ausstattung voraus. Wenn die ursprünglichen Ausgangsbiotope verschwunden sind oder entwertet wurden, verliert die Vernetzung ihren eigentlichen Sinn. Sie kann die Grundausstattung eines Raumes mit ausreichend großen und funktionsfähigen Biotopen nicht ersetzen (MADER 1985).

Ziel aller Vernetzungsmaßnahmen ist die Wiederherstellung der natürlichen Ausbreitungs- und Austauschmöglichkeiten. Dafür ist die Umsetzung eines Biotopvernetzungskonzeptes, dem eine gründliche Analyse der räumlichen und ökologischen Verhältnisse sowie eine sorgfältige Planung vorausgehen muss, notwendig. Das Westfälische Amt für Landes- und Baupflege in Detmold – heute Amt für Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen (Münster) – hat hierzu Grundlagenarbeit geleistet und folgende Untersuchungen innerhalb der Steinheimer Börde durchgeführt:
  • Kartierung der Biotoptypen und Nutzungsstruktur
  • Kartierung von gliedernden Landschaftselementen
  • Analyse der Erosionsempfindlichkeit der Böden
  • Analyse der geländeklimatischen Situation
  • Erfassung der historischen Kulturlandschaft.

Die Ergebnisse der Analysen dienen als Basis für die Formulierung eines Leitbildes mit differenzierten Entwicklungszielen. Die daraus resultierende Biotopverbundplanung ist als Rahmenkonzeption zu betrachten, deren Realisierung auf freiwilliger Basis im Laufe der nächsten Jahre schrittweise erfolgen soll.

Auf dem Gebiet der Stadt Steinheim kann an die noch relativ reich strukturierte Landschaft im Nordwesten (Gemarkung Ottenhausen) und die Maßnahmen im Rahmen des Emmerauenprogrammes im Südosten angeknüpft werden. Auch zwischen diesen Bereichen sind erhaltenswürdige (Rest)Biotope vorzufinden. In erster Linie handelt es sich um Heckenstrukturen, Feldgehölzinseln, schmale Wegraine und kleinere Wasserläufe, z.T. mit begleitenden Gehölzen.

Hier eine Auswahl der wichtigsten Vernetzungsbiotope (Lebensadern in der Landschaft), die sich aus der Kulturgeschichte des Steinheimer Beckens und den dort vorhandenen Raumstrukturen ergibt:

Hecken
Die Restbestände an Hecken stellen einen wichtigen Vernetzungs- strukturtyp dar. Wie in den vorhandenen Hecken- und Feldgehölzen sollen sie sich aus einer relativ bunten Mischung verschiedener Arten zusammensetzen. In ökologisch optimaler Ausprägung sollten die Hecken mindestens dreireihig mit beiderseits vorgelagertem Flächenstreifen zur Ausbildung eines Saumes angelegt werden. Eine kulturhistorische Besonderheit stellt die auch in Steinheim verbreitete Nieheimer Flechthecke dar.

(Obst)Baumreihen und Kopfweiden
Obstbaumreihen und Kopfweiden sind ein typisches Landschafts- strukturelement im westfälischen Raum. Ihre Pflanzung entlang von Wirtschaftswegen und kleineren Wasserläufen ist meist ohne größeren Aufwand möglich. Etwas aufwendiger gestaltet sich dagegen ihre Pflege und Unterhaltung, die sich letztlich nur mit Hilfe der ortsansässigen Vereine und engagierter Privatpersonen bewerkstelligen lässt.
 
Bachläufe und Wassergräben
Gräben, Bachläufe und die sie begleitende Vegetation stellen an sich hervorragende Ausbreitungskorridore für die Organismen dieser Lebensräume dar. Leider sind sie vielfach verrohrt worden und auf den entsprechenden Strecken biologisch so gut wie tot. Auch die Wegequerung eines Baches in dem üblichen engen Rohr stellt für viele Tierarten eine nahezu unüberwindliche Barriere dar. Dazu kommen als Mobilitätshindernisse u.a. noch Sohlstufen, Wehranlagen oder im Bachverlauf liegende Fischteiche. Die Beseitigung der Verrohrungen ist häufig dort problematisch, wo dies zur Zerschneidung der rationell bearbeitbaren großen Ackerschläge führt.

Wegraine

Wegraine mit Wiesenstreifencharakter sind für die Biotopvernetzung, z.B. zwischen Grünlandbereichen, wertvoll. Sie sollen erst relativ spät und höchstens zweimal im Jahr gemäht werden, um ein reichhaltiges Blüten- und Artenspektrum und eine hohe Artenzahl bieten zu können.

Obstwiesen, Grünland und Extensivflächen
Die genannten Biotoptypen sind als alte, artenreiche Bestandteile der Kulturlandschaft zu erhalten und weiterzuentwickeln. Sie bilden Ausbreitungsbasis und Refugium für viele Tier- und Pflanzenarten (KLEINE & WARNING 1994).


Entwicklungsziele
Erhaltung und Verbesserung des Naturhaushaltes in der ackerbaulich geprägten Kulturlandschaft der Steinheimer Börde als dauerhafte Lebensgrundlage für den Menschen und die wildlebende Tier- und Pflanzenwelt mit ihren spezifischen Biotopen. Besonders wichtig ist die Erhaltung des offenen Landschaftscharakters der Bördenlandschaft, die durch das dichte Gewässernetz in regionaltypischer Weise gegliedert und geprägt wird. Die landschaftlichen Spuren der Siedlungs- und Wirtschaftsgeschichte in dieser altbesiedelten Landschaft sind als wichtige kulturhistorische Zeugnisse zu erhalten und zu sichern.

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