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Klimaschutzteilkonzept integrierte Wärmenutzung für die Stadt Steinheim

Der Klimawandel und die Verknappung fossiler Rohstoffe gehören zu den größten Herausforderungen unserer Zeit. Nur wenn sich lokale Akteure gemeinsam an zielgerichteten Maßnahmen beteiligen, sind messbare und wirksame Erfolge bei der Reduktion des Ausstoßes von Treibhausgasen und der Loslösung von endlichen Rohstoffquellen zu erzielen.

Klimaschutzengagement in Steinheim

Bereits in den Jahren 2007-2011 hat sich die Stadt Steinheim an der Initiative des european energy award (eea) beteiligt. Und wurde im Jahr 2011 mit dem eea und damit für herausragendes Engagement im Bereich des Klimaschutzes ausgezeichnet. Leuchtturmprojekt für die Auszeichnung von Steinheim war die energetische Sanierung des Schulzentrums.

In der weiteren Folge hat die Stadt Steinheim im Jahr 2013 ein integriertes Klimaschutzkonzept erstellen lassen. Das integrierte Klimaschutzkonzept dient dazu, die bisherigen Energie- und Klimaschutzaktivitäten der Stadt zu bündeln, zu konkretisieren und weiter zu entwickeln. Das Konzept hat dabei den Blick auf das gesamte Stadtgebiet und alle Akteure gerichtet. Als ambitioniertes Ziel hat sich die Stadt Steinheim die Reduzierung der CO2-Emissionen um 30 % bis 2030 gesetzt. Als maßgebende Handlungsfelder zur Erreichung der Klimaschutzziele wurden die Themenfelder Erneuerbare Energien, Verkehr und Mobilität, Planen, Bauen und Sanieren, Wirtschaft sowie Öffentlichkeitsarbeit identifiziert.

Klimaschutzteilkonzept als ergänzende Maßnahme

Als sinnvolle Ergänzung und Vertiefung will die Stadt Steinheim nun mit Hilfe eines Klimaschutzteilkonzeptes Integrierte Wärmenutzung das Handlungsfeld Wärme genauer beleuchten und vertiefen. Zielsetzung des Konzeptes ist es die unterschiedlichen Energieträgerangebote mit den verschiedenen Wärme- und Kältebedarfen aufeinander abzustimmen. Konkret geht es darum, die Nutzungsmöglichkeiten klimaschützender Wärmeoptionen wie die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), den Betrieb von Nahwärmenetzen, die Nutzung industrieller Abwärme und den Einsatz regenerativer Wärmeerzeugungsoptionen zu erfassen und zu bewerten. Die Stadt Steinheim erhält im Ergebnis einen strategischen Wärmeversorgungsplan unter Beachtung ökologischer und ökonomischer Gesichtspunkte.

 Wesentliche Bausteine des Vorhabens sind:

1. Energie- und Treibhausgasbilanz

Fortschreibung der Bilanz aus dem integrierten Klimaschutzkonzept der Stadt Steinheim aus dem Jahr 2013 unter Einbeziehung aktueller Daten

2. Potenzialanalyse

Ermittlung von Wärmequellen und -senken, räumlichen Wärmeoptionen sowie eine Analyse geeigneter Technologien zur Nutzung

3. Akteursbeteiligung

Gemeinsame Diskussion, Abstimmung und Vertiefung von Maßnahmen mit Politik, Verwaltung, Unternehmen und Bürgern. Insbesondere die Einbeziehung lokaler Wirtschaftsbetriebe mit Potenzialen zur Wärmeabgabe oder -nutzung wird fokussiert.

4. Maßnahmenkatalog

Erstellung eines Kataloges für sinnvolle Einzelmaßnahmen aus allen relevanten Handlungsbereichen (Nahwärmenetze, Nutzung regenerativer Energien) auf Basis der erstellten Potenzialanalyse sowie Ausbaupotenziale

5. Controlling

Einführung eines Controlling-Konzeptes mit Kennzahlen zur Evaluierung von Maßnahmen und Aktivitäten. Ziele sind die Minderung von THG, Reduzierung von Wärmeverbräuchen und Erreichung der Klimaschutzziele

6. Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

Kommunikationsstrategie, die aufzeigt, wie einerseits die Inhalte des Klimaschutzteilkonzepts in der Bevölkerung sowie bei weiteren relevanten Akteuren verbreitet werden können. Spezifische Informationen und zielgruppenorientierte Kampagnen sind von besonderer Relevanz

Förderung

Ziel der „Nationalen Klimaschutzinitiative" des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) ist es, die in Deutschland vorhandenen Potentiale zur Emissionsminderung kostengünstig und in der Breite zu erschließen. Das BMU fördert daher Klimaschutzmaßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz und verstärkten Nutzung regenerativer Energien sowie Projekte zur Motivation klimaschonenden Verbraucherverhaltens. Im Fokus stehen dabei Verbraucher, Wirtschaft, Kommunen sowie soziale und kulturelle Einrichtungen.

Mit der Ausarbeitung des Klimaschutz-Teilkonzeptes wurde die energielenker GmbH in Greven beauftragt. Das Projekt wird unter dem Förderkennzeichen 03K08343 vom BMU gefördert und vom Projektträger Jülich  betreut. Die Projektlaufzeit ist vom 01. April 2018 bis zum 31. März 2019.

Das Klimaschutzteilkonzept wird zu 50 % durch das BMU aus Mitteln der Klimaschutzinitiative gefördert.