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17.07.2018

Steinheim wird Fairtrade-Stadt

Gemeinwohlökonomie, fairer Handel, Dorfwerkstätten, IKEK: In Steinheim wird in vielerlei Hinsicht an einer lebenswerten und nachhaltigen Zukunft der Stadt gearbeitet. Verantwortungsvoller Konsum in Zeiten knapper werdender Ressourcen ist dabei ein wichtiger Baustein.  Daher nimmt das Bewusstsein über die Auswirkungen des eigenen Handelns in einer globalisierten Welt in Steinheim einen wachsenden Stellenwert ein.

Nachdem der Rat der Stadt im Frühjahr 2017 beschlossen hat, dass Steinheim Fairtrade-Stadt werden soll, läuft der Prozess auf Hochtouren. Noch im Jahr 2018 möchte Steinheim die Auszeichnung als Fairtrade-Stadt entgegen nehmen.

Warum Fair Trade/Fairer Handel?

A freshly-opened cocoa pod at UNCRISPROCA, a Fairtrade-certified cocoa producer in the hard-to-reach area of the Atlantic coast of Nicaragua.

Sean Hawkey
© ©2014 Sean Hawkey, all rights reserved

Fairtrade verbindet Konsumenten, Unternehmen und Produzentenorganisationen und verändert Handel(n) durch bessere, faire Preise und ein ausreichendes Einkommen für Kleinbauernfamilien, sowie menschenwürdige Arbeits- und Lebensbedingungen in Entwicklungs- und Schwellenländern. Die Anzahl an Wirtschaftsflüchtlingen kann so verringert werden.

Der zusätzliche Fairtrade-Aufschlag wird unter anderem in Bildungs- und Gesundheitsprojekte oder in die Verbesserung der Infrastruktur investiert. Möglichst direkte Handelsbeziehungen schließen ausbeuterischen Zwischenhandel aus. Die Rechte von Kindern und Frauen werden gesichert. Eine Umstellung auf ökologischen Anbau wird gefördert.

Was ist eine Fairtrade-Town?

Fairtrade-Towns fördern gezielt den fairen Handel auf kommunaler Ebene und sind das Ergebnis einer erfolgreichen Vernetzung von Personen aus Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft, die sich für den fairen Handel in ihrer Heimat stark machen. Und das nicht ohne Grund, denn das Thema fairer Handel liegt im Trend: In Deutschland wächst zunehmend das Bewusstsein für gerechte Produktionsbedingungen sowie soziale und umweltschonende Herstellungs- und Handelsstrukturen.

Auf kommunaler Ebene spielt der faire Handel in allen gesellschaftlichen Bereichen eine wichtige Rolle, zunehmend auch bei der öffentlichen Beschaffung. So setzen sich in vielen Fairtrade-Towns, darunter Berlin und München aber auch Bad Driburg und Paderborn, Akteure gemeinsam mit viel Kreativität und Ausdauer für den fairen Handel in ihrer Stadt ein.

2017 konnte ein Meilenstein erreicht werden: nach dem Kampagnenstart im Jahr 2009 erhielt die Stadt Gotha die Auszeichnung zur 500. Fairtrade-Town in Deutschland. Aktuell zeugen gar über 540 Teilnehmer vom Erfolg dieser Kampagne. Hier können Sie sich einen Überblick über die Teilnehmer in Deutschland verschaffen.

Was bietet die Fairtrade-Town-Kampagne für Steinheim?

  • Startschuss für ein faires, nachhaltiges Engagement und soziale Verantwortung in Steinheim
  • Bündelung bestehender Aktivitäten zum fairen Handel
  • Positionierung Steinheims als engagierter Akteur sowie  innovative und weltoffene Stadt
  • Anstoß für Projekte neuer Kooperationspartner
  • Impuls für das Thema nachhaltige Beschaffung
  • Netzwerk bestehender Fairtrade-Towns (international mit über 2000 Fairtrade-Kommunen)

Steinheim auf dem Weg zur Fairtrade-Town – Erfüllung der Kriterien

Die Auszeichnung „Fairtrade-Town“ wird zunächst für zwei Jahre vergeben und setzt die Erfüllung von fünf Kriterien voraus, die das Engagement für den fairen Handel in allen Ebenen einer Kommune widerspiegeln:

1. Ratsbeschluss

Die Kommune verabschiedet einen Ratsbeschluss zur Unterstützung des fairen Handels. Bei allen öffentlichen Sitzungen sowie im Büro des Bürgermeisters wird fair gehandelter Kaffee und ein weiteres Produkt ausgeschenkt.

» Die Stadt macht mit! Der Rat beschloss im Frühjahr 2017 einstimmig Teil der Kampagne zu werden. Bei Veranstaltungen der Stadt werden in Präsentkörben mindestens zwei fair gehandelte Produkte verwendet. Gleiches gilt, sofern eine Bewirtung stattfindet.

2. Bildung einer Steuerungsgruppe

Eine lokale Steuerungsgruppe wird gebildet, die auf dem Weg zur Fairtrade-Town die Aktivitäten vor Ort koordiniert. Diese Gruppe besteht aus mindestens drei Personen aus den Bereichen Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft.

» Akteure machen mit! Eine Steuerungsgruppe aus mehr als acht Vertretern von Weltladen, Kirchen,, Vereine, Politik & Verwaltung, der Werbegemeinschaft und lokalen Schulen nimmt im Sommer 2017 ihre Arbeit auf und betreut den Prozess.

3. Fairtrade-Produkte im Sortiment

In den lokalen Einzelhandelsgeschäften und bei Floristen sowie in Cafés und Restaurants werden mindestens zwei Produkte aus fairem Handel angeboten.

» Unternehmen machen mit! Viele lokale Gewerbetreibende machen bereits mit. Die Bandbreite vom Optiker über den Frisör bis hin zum Buchladen zeugt vom Engagement der Steinheimer. Angesprochen sind gleichwohl weiterhin die Steinheimer Gastronomie sowie der Einzelhandel. Schon mit zwei fair gehandelten Waren im Sortiment kann jeder mitwirken und Teil der Kampagne werden. Die unterschiedlichen Möglichkeiten und Produkte können hier gefunden werden.

4. Zivilgesellschaft

Produkte aus fairem Handel werden in öffentlichen Einrichtungen (Schulen, Vereinen, Kirchen) verwendet. Darüber hinaus werden Bildungsaktivitäten zum Thema fairer Handel umgesetzt.

» Vereine und Schulen machen mit! Ob Rosenverkauf in der Schule am Valentinstag oder Kaffeeverkauf beim Pfarrfest: In Steinheim wird auf vielen Ebenen etwas getan. Gerne können Sie sich über die Möglichkeiten auch für Ihren Verein online informieren oder ein Mitglied der Steuerungsgruppe ansprechen. Neben Lebensmitteln, fair gehandelte Fußbällen oder Trikots gibt es Aktionsmöglichkeiten für unterschiedliche Interessengruppen.

5. Medien

Die lokalen Medien berichten über alle Aktivitäten auf dem Weg  zur Fairtrade-Town sowie  Aktivitäten zum Thema Fairtrade in der Kommune.

» Die Medien machen mit! Regelmäßig informiert die Steuerungsgruppe die lokale und regionale Presse über die Bedeutung des fairen Handels und den Prozess Steinheims zur Fairtrade-Town. Das Bewusstsein mit individuellen Kaufentscheidungen Einfluss auf einen gerechteren Welthandel nehmen zu können und seiner Verantwortung gerecht zu werden steht dabei im Fokus.

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