Hilfsnavigation

Logo Stadt Steinheim Westfalen - Zur Startseite

Seite übersetzen

Kalemie

Kalemie ist eine Stadt am Westufer des Tanganjikasees in der Demokratischen Republik Kongo (Provinz Katanga).

Sinngemäße Übersetzung des Dankschreibens an die Stadt Steinheim

Kalemie
Kalemie

Mit großer Dankbarkeit wenden wir uns heute an Sie alle, um Ihnen für die zahlreichen Hilfen für die Tuberkulose- und Leprakranken und anderen Personen in Schwierigkeiten die Sie seit 1971 gegeben haben.

All die Misslichkeiten eines Landes in permanenter Unordnung durch die Kriege, all die Aktivitäten des Catal konnten beibehalten werden. Durch die beigefügten Informationen können Sie sich über den Umfang der Arbeit die das Catal geleistet hat klar werden. Immer mit dem gleichen Personal, dass sehnsüchtig darauf wartet, dass der Staat seine Arbeit eines Tages Ernst nehmen könnte. Zurzeit bekommt jeder 7 Dollar pro Tag, selbst diejenigen, die 20 bis 25 Jahre Erfahrung haben, während die Mediziner zwischen 300 und 400 Dollar pro Monat bekommen nur als Risikoprämie. Glücklicherweise gibt es einige internationale Institutionen, die eine geringe Aufwandsentschädigung von 15 bis 20 Dollar pro Monat - eine Motivationsprämie sozusagen - dem Personal, dass es verdient, übergibt und somit helfen, dass deren Familien auch überleben. Aber seit September 2006 ist diese Motivationsprämie leider gestrichen worden.

Die O.N.G., besagte Organisationen, verlangen vom Staat, dass er seine Repräsentanten korrekt bezahlt. Dank einiger Personen, die unsere Arbeit auch unterstützen, können wir zumindest fortfahren, unseren Mitarbeitern eine kleine Anerkennungsprämie zu zahlen. Da die Mitglieder diese Organisationen beginnen, den Kongo zu verlassen, einer nach dem anderen, zwingen sie die Regierung die Verantwortung zu übernehmen. Wir haben ähnliches versucht, aber bislang ohne zählbares Ergebnis. Der neue Gesundheitsminister, der aus dem Distrikt Tanganika, Kalemie stammt, wird uns demnächst hier besuchen. Hoffen wir, dass er uns versteht und unsere Schwierigkeiten begreift. Alles ist dafür vorbereitet, dass ich eines Tages ersetzt werden kann. Das Personal, mit dem ich seit 1985 zusammenarbeite ist allerdings sehr wohl in der Lage meine Arbeit fortzusetzen. Sie sind hinreichend ausgebildet, was die technischen Voraussetzungen und die Organisationsfähigkeit anbelangt. Der für die Arbeit vorgesehene Verantwortliche hat schon ein Jahr lang als Krankenhelfer in Krankenhäusern zu deren Zufriedenheit gearbeitet. Ein anderer macht gerade sein Graduierungsdiplom für die öffentliche Gesundheit. Die Pharmaassistentin ist in der Lage, die Tablettenversorgung der Kranken zu übernehmen und die Apotheke zu leiten.

Meine große Sorge ist es jedoch, den sozialen Geist aufrecht zu erhalten und die Hingabe, mit der das Catal arbeitet. Dieser Gemeinschaftsgeist findet sich kaum noch bei den Krankenschwestern oder Helfern der jungen Generation und noch viel weniger bei den jungen Ärzten, die gerade frisch von der Uni kommen. Ihr Bewegungsgrund zu arbeiten ist mehr oder weniger das Geld. Bis jetzt kümmert sich der kongolesische Staat in gar keiner Weise um die Betriebskosten der Einrichtungen zur Bekämpfung von Tuberkulose und Lepra, außer einem kleinen Beitrag, den er zur Bezahlung der Krankenhelfer beiträgt. All das ist noch in den Händen der internationalen Organisationen, die sich auf diesem Gebiet spezialisiert haben. Zurzeit befinden wir uns an einem neuen Wendepunkt in der Geschichte des Kongo und wir versuchen für alle das Beste daraus zu machen. Für die Kranken, aber auch für das Personal, das bei uns arbeitet. Zwischendurch entschuldigen Sie bitte, wagen wir natürlich immer noch auf Ihre Unterstützung zu hoffen. Die Devise, jeden Tag alles zu tun was man kann, mit dem was man hat, ist sehr wichtig für uns. Von Seiten aller, die von Ihren Spenden profitieren in unserer Region schicken wir Ihnen ein ganz großes Dankeschön für all Ihre Hilfe und für die Aufmunterungen, die Sie uns seit Jahren zukommen lassen.

Geschrieben in Kalemie, 24. Juni 2007

Mlle. Jeanne Muesen

Durch die Hilfe der Steinheimer Bürgerinnen und Bürger und durch den außerordentlichen Spendenbeitrag der Mitglieder der Pfarrgemeinde St. Barbara aus Köln ist die medizinische Versorgung in der Krankenstation bis heute sichergestellt.

Aber unsere finanzielle Hilfe ist unverändert dringend vonnöten.

Catal Kalemie - Bericht 2009

1. Tuberkulosedienst

Diagnostik und Behandlung von 293 neuen Fällen, davon 236 Fälle von Lungentuberkulose, 57 Sonderfälle von Tuberkulose. Am Ende des Jahres waren noch 209 Tuberkulosekranke in Behandlung. Aktuell liegt der Prozentanteil der Heilung / Genesung bei den Fällen allgemein bei 88%.

Die Tuberkulosetests und das Labormaterial werden nach wie vor von der Fondation Damien in Belgien zur Verfügung gestellt.

Unglücklicherweise passiert es allzu häufig, dass das eine oder andere Medikament aus dem Warenvorrat nicht lieferbar ist und so muss das Behandlungsschema modifiziert werden, was zum einen gefährlich ist aber auch Resistenzen und Rückfälle zur Folge haben kann.

Der Kostenaufwand für die stationäre Behandlung sowie der Wiederherstellung der Versorge gehen zu lasten von Catal, ermöglicht durch die Unterstützung der Stadt Steinheim in Deutschland.

Im Durchschnitt werden 20 bis 30 Kranke stationär behandelt, 200 bis 250 sind in ambulanter Behandlung.

2. Der Lepradienst

Diagnose und Beginn der Behandlung von 5 neuen Fällen. Am Ende des Jahres waren noch 45 in einer zweijährigen Behandlung, 65 unter Beobachtung nach zweijähriger Behandlung. Lepratests (Nachweis der Krankheit) und die Labormaterialien werden ebenfalls von der Fondation Damien (Stiftung) zur Verfügung gestellt. Hierbei gibt es ähnliche Probleme wie bei den Tuberkulosetests.

Die Krankheitshäufigkeit lag Ende 2009 bei 4,44%. Bedenkt man, dass die Diagnose häufig sehr spät gestellt werden kann, liegt der Prozentsatz der körperlichen Schäden noch bei 11%. Der Anteil der Heilung liegt aktuell bei 89%.

3. Der Diabetesdienst

Diagnostik und Behandlung von 65 neuen Fällen. Am Ende des Jahres waren 127 Fälle noch in Behandlung, der eine monatliche Kontrolle folgt, davon war 113 auf Insulin angewiesen. 2/3 werden mit Tabletten behandelt, 12 befinden sich in einer kontrollierten Diät.

Anzahl der monatlichen Konsultationen 909. Für ein Viertel der Diabetiker ist die Einhaltung der Ernährungsvorschriften schwierig, da sie häufig nicht in der Lage sind, die Diät einzuhalten aus einem Nichtverständnis heraus oder weil die finanziellen Mittel fehlen.

Es ist die Gruppe der Diabetiker, die einen großen nicht zufriedenstellenden Bedarf haben.

Diese Kranken finden nur schwierig eine Unterstützung für ihre Probleme im täglichen Leben beim medizinischen Personal.

4. Der Dienst für die Epileptiker

Monatliche Konsultation 1.924. Am Jahresende waren 287 in Behandlung. Zur Zeit sind diese Kranken akzeptiert an ihren Arbeitsplätzen, in den Schulen, selbst an der Universität in Kalemie; etwas, das vor 15 Jahren noch undenkbar gewesen wäre.

Unglücklicherweise kommen nicht wenige Epileptiker unregelmäßig, geben die Behandlung zugunsten ihrer traditionellen Medikamente, die sehr viel näher zu ihrem Lebensmittelpunkt stehen, auf.

5. Augenärztliche Dienst

Anzahl der neuen Behandlungsfälle aus unterschiedlichen Problemen 1331, ausgegebene Brillen 91. Anzahl der Operationen -Grauer Star- 103, andere Operationen 26. Behandlungen und Vorsorge um der Erblindung vorzubeugen 17.

Um die chirurgischen Eingriffe vorzunehmen hält sich Doktor Charles Umesumbu an die Normen der ,,Christlichen Mission für Blinde'', Preis 30 Dollar. Er kommt jedes Jahr auf unsere Anfrage hin.

6. Bluttransfusionsdienst


Anzahl der Blutspenden 3.173, Durchführung von HIV-Tests 3.348, wovon 3.173 negativ und 175 positiv waren. Von den Hepatitis B und C Tests waren 197 positiv, infolge dessen mussten 372 Blutspender herausgenommen werden. Die Durchführung dieses Dienstes wurde ermöglicht durch die Bluttransfusionssicherheitsverordnung des Staates und durch die ONG ,, Ärzte der Welt/Frankreich''. Leider war die Versorgung unregelmäßig und machte die korrekte Durchführung der Transfusionen sehr schwierig. Die Hauptschwierigkeit bei den Blutübertragungen bleibt die Blutarmut (Sumpfgebiete). Die Kampagne für die Benutzung imprägnierter Moskitonetze hat keinen großen Erfolg gehabt, trotz der Aufklärung.

In manchen privaten Gesundheitsorganisationen, selbst im staatlichen, ist die Malariavorsorge -prävention sehr schlecht, daher der ständige Anstieg der Anämie seit Oktober 2009.

7. Betrieb / Tätigkeiten

Bei der ständig sinkenden Kaufkraft ist das Leben hart für die einfache Bevölkerung. Das Personal und die Kranken tun ihr möglichstes um zu überleben. Die Anzahl der Beschäftigten ist seit Jahren gleichbleibend.

Allgemein verantwortlich: Rev. Schwester Leonie der Compagnie de mane de Bukavu seit 2009

Beratung: Mlle Jeanne Muesen ( ehemalige Leiterin seit 1985)

  • 10 diplomierte Krankenpfleger: A3 - A2 A1 davon sind fünf für einen der Dienste verantwortlich und seit neuem ein in Augenheilkunde ausgebildeter Pfleger.
  • 10 Arbeiter/Arbeiterinnen- Unterhaltung der Gebäude- des Geländes- Küche-Wäscherei usw.
  • Die 10 staatlichen Krankenpfleger/innen erhalten seit Januar 2008 kein Gehalt mehr, aber eine kleine Risikoprämie von 11.000 FC= 12 Dollar im Monat.
  • Die Arbeiter werden aus unseren eigenen Mittel bezahlt.
  • Die meisten Dienste haben noch Bedarf an auswärtiger Hilfe, im Augenblick um zu überleben, bedenkt man den Zusammenbruch des staatlichen Gesundheitsdienstes in den letzten Jahren. Wann erfolgt ein Wiederaufbau?
  • Die Kriege haben manche Schäden an den Gebäuden verursacht, die wir nach und nach zu beheben versuchen um das Gesicht der alten schlechten Zeit auszulöschen und die Beschäftigen zu ermutigen bei ihrer schwierigen Arbeit durch zuhalten trotz der widrigen Umstände.
Die Beschäftigten von Catal bedanken sich noch einmal bei der Bevölkerung von Steinheim für ihr Interesse an den Kranken von Catal und versprechen Ihnen in ihren Bemühungen fortzufahren, um das Beste für die chronisch Kranken, die vom Staat vergessen wurden, zu erreichen.

Kalemie, den 12 Juli 2010

Jeanne Muesen
Am Rande informiert