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Renecciusmedaille 2015 geht an Josef Urhahne

Uhrhane Pressefoto
Uhrhane Pressefoto

Der Preisträger 2015 ist Josef Urhahne, ein gebürtiger Steinheimer, ein Mann mit Mut für Visionen. Visionen zu haben ist das eine, diese jedoch auch umzusetzen, ist etwas anderes. Joseph Urhahne ist solch ein Mensch. Aus diesem Grund passt er ganz zu dem Anforderungsprofil, den das Reineccius-Gremium für einen Preisträger der Reineccius-Medaille erarbeitet hat. Dieses Anforderungsprofil zeichnet sich durch verschiedenste Charaktereigenschaften eines Querdenkers und Pioniers aus, das es zu erfüllen gilt, um als Preisträger mit der Medaille ausgezeichnet zu werden. Mit Josef Urhahne ist ein solcher Mensch gefunden worden, ein Mensch, der die Vision hat, die Welt zu verbessern, Änderungen herbeizuführen und der Positives bewirken will. Ein Mensch, der von seiner Idee überzeugt ist und alles daran setzt, diese umzusetzen.

Welche Vision hat Urhahne?
Urhahnes Vision ist die mobile Zukunft ohne Unfälle, eine Vision für das Auto von Morgen. Die stetig zunehmende Weltbevölkerung und damit einhergehend ein immer größer werdender Bedarf an individueller Mobilität bei sich gleichzeitig verringernden Energieressourcen ist eine Herausforderung. Das Gremium hat in Urhahne eine Persönlichkeit erkannt, die sich der Hausforderung stellt und nach intelligenten Lösungen sucht, diesen Problemen zu begegnen. Aktuell ist Urhahne als Projektleiter bei Ford mit der Entwicklung von Fahrassistenzsystemen beschäftigt, die ein autonomes Fahren ermöglichen. Dabei werden Fahrzeuge allein mit Hilfe von Computern und Sensoren gesteuert. Für das Gas geben, Lenken und Bremsen wird kein Mensch mehr benötigt. Seine Vision ist es, durch die Hilfe der Technik Fahrfehler erst gar nicht entstehen zu lassen und somit die meisten Unfälle, die auf Fahrfehler zurückzuführen sind, zu verhindern. Diesen Mut zur Entwicklung solcher Technologien für das Auto stellt er der staunenden Fachpresse weltweit regelmäßig vor. Dabei stehen insbesondere zwei Technologieinnovationen im Vordergrund:

1.
Der Stauassistent, der den Autofahrer im dichten Straßenverkehr in Zukunft entlasten und das Autofahren insgesamt effizienter gestalten soll.

In manchen Gebieten der Erde befinden sich Autofahrer über 30 % ihrer Zeit hinter dem Steuer im zäh fließenden Verkehr oder stehen sogar im Stau. Der Stauassistent kann mit Hilfe von Radar und Kameratechnologien das Mitschwimmen des Fahrzeugs bei hohem Verkehrsaufkommen steuern und die Stressbeeinflussung des Fahrers senken. Dadurch – so Urhahne – kann der Verkehrsfluss erheblich verbessert werden. Durch den Stauassistent, der das eigene Auto selbständig der Geschwindigkeit des voraus fahrenden Fahrzeuges anpasst, kann das Stauaufkommen spürbar reduziert werden. Simulationen brachten zu Tage, dass die Reisedauer um 37,5 % reduziert und 1/5 weniger Verzögerungen entstehen, wenn lediglich 25 % aller Fahrzeuge bei zäh fließendem Verkehr dem Vordermann selbständig folgen könnten. Weiterhin wird die von Urhahne und seinem Team entwickelte Technik dafür sorgen, dass Fahrfehler erst gar nicht entstehen, somit die Unfallquote deutlich reduziert werden kann, denn 90 % aller Unfälle sind auf Fahrfehler zurückzuführen.

2.
Der automatisierte Einparkassistent, der ohne das Eingreifen durch Fahrer oder Fahrerin das Auto auch in die kleinste Parklücke rangiert.

Josef Urhahne wurde 1965 in Höxter geboren und ist in Steinheim-Rolfzen aufgewachsen und zur Schule gegangen. Sein Abitur hat er am St. Xaver in Bad Driburg gemacht und danach seinen Grundwehrdienst bei der Luftwaffe in Pinneberg und Borgentreich abgeleistet. Sein anschließendes Ingenieurstudium der Allgemeinen Elektrotechnologie hat er an der RWTH Aachen, im Institut für elektrische Maschinen in Paris und der Universität Twente/Enschede in Holland absolviert.

Im Jahre 1992 ist Urhahne dann als Fachreferent für Fahrzeugelektronik und aktive Sicherheitssysteme bei den Ford Werken in Köln angefangen. In seiner Zeit bei den Ford Werken hat er etliche Patente entwickelt, Publikationen herausgebracht und Auszeichnungen erhalten. Seine wichtigsten Auszeichnungen waren 2005 der European Technical Achievement Award, der Engineering Excellence Award 2011 und der Director’s Trophy Award, ebenfalls 2011. Neben seiner Tätigkeit als Projektleiter bei den Ford Werken ist er auch als Dozent an der TH Köln tätig. Seinem Heimatort Rolfzen und dem Steinheimer Karneval ist er immer noch sehr verbunden und genießt es, zu seinen Eltern in die Heimat zu kommen.

Die Laudatio für Joseph Urhahne hat der Steinheimer Prof. Dr. Jürgen Jasperneite, der Direktor des Hochschulinstituts für industrielle Informationstechnik und des Fraunhofer- Anwendungszentrums Industrial Automation, gehalten.

Bei der Ideenfindung zur Verleihung der Reineccius-Medaille für Pioniere und Querdenker stand die Vereinigte Volksbank von Anbeginn an erster Stelle, als es um das Thema Querdenken und Pioniere ging. Der Vereinigten Volksbank und der Stadt Steinheim ist es wichtig, mit der Veröffentlichung und Auslobung der Reineccius-Medaille eine Plattform/Basis zu schaffen, die Pioniere und Querdenker auszeichnet und ihre Arbeit würdigt und ehrt. Gleichzeitig ist die Absicht, einen Aufruf zu starten, auch heute Pioniergeist zu zeigen und quer zu denken. Der Preis soll an Persönlichkeiten überreicht werden, die mit ihrem Pioniergeist dazu beitragen, die Welt zu verändern bzw. zu verbessern und somit ein Vorbild – insbesondere für junge Menschen – sind. Über diese Vorbildfunktion möchten wir junge Menschen ermutigen und aufrütteln, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen, aktiv und kreativ zu sein und ihren Beitrag für eine bessere Welt zu leisten.

Lesen Sie hier die Laudatio auf Josef Urhahne, gehalten von Prof. Dr. Jürgen Jasperneite>>

Lesen Sie hier die Dankesrede vom Preisträger Josef Urhahne>>