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Datum: 08.09.2021

Hochwassermanagement in Steinheim

Die verheerenden Starkregen- und Niederschlagsereignisse in Teilen Nordrhein-Westfalens und Rheinland-Pfalz haben uns in diesem Sommer drastisch vor Augen geführt, welche Gefahren von vermeintlich kleinen, hochwasserführenden Bächen und Flüssen ausgehen können.

Hochwasser in der Heubachstraße
Hochwasser in der Heubachstraße

Nicht nur die Anwohner an Emmer und Heubach wissen von den Hochwasserrisiken in Steinheim, auch viele Verkehrsteilnehmer erleben, insbesondere im Bereich der Schiederstraße (Höhe Annenhofklinik) sowie in der Heubachstraße und Nieheimer Straße, nach größeren Starkregenereignissen die Überflutung und Unpassierbarkeit ganzer Straßen.

In den vergangenen Jahren ist in Steinheim viel Geld und Zeit in den Hochwasserschutz investiert worden: Hindernisse in den Gewässerläufen wurden beseitigt, um ein zügiges Abfließen des Wassers in den Siedlungsbereichen zu gewährleisten, Regenrückhaltebecken errichtet oder Renaturierungsmaßnahmen, die der Verbesserung der Gewässerstruktur und darüber hinaus der Schaffung zusätzlicher Retentionsräume dienen, durchgeführt. Aber auch im privaten Bereich haben viele Bürgerinnen und Bürger der Stadt Vorsorge getroffen. Mit der Ausgabe sogenannter Objektschutzdatenblätter erhielten potentiell von Hochwasser betroffene Grundstückseigentümer wertvolle Hinweise, wie sie ihre Gebäude im Extremfall besser schützen können, z. B. durch den Einbau von Rückstauklappen im Kellerbereich, die Höhersetzung vorhandener Lichtschächte oder die Montage von Metallschienen zum vorübergehenden Einschieben von Dammbalkensystemen.

Nicht zuletzt kann aber auch jeder einzelne Grundstückseigentümer, unabhängig von der Lage seines Grundstücks, einen eigenen kleinen Beitrag zum Hochwasserschutz leisten, z. B. indem er die Versiegelung seiner Flächen auf das absolut notwendige Maß beschränkt, dort, wo es möglich ist, Regenwasser versickert oder dieses als Brauchwasser nutzt. In der Summe bewirken zahlreiche kleinere Einzelmaßnahmen, wozu auch die Anlage von Gründächern und die ökologische Gestaltung der Gartenflächen gehören, im Ernstfall eine Abschwächung der Hochwasserspitzen, eine Erkenntnis, die sich bisher leider noch viel zu wenig durchgesetzt hat.

Hochwasser in der Nieheimer Straße
Hochwasser in der Nieheimer Straße

Trotz aller Vorsichts- und Vorsorgemaßnahmen lassen sich Hochwassergefahren oder Schäden, die aus Hochwasserereignissen resultieren, nicht gänzlich vermeiden. Da einzelne Gewässerabschnitte an Heubach und Emmer als Risikogebiete eingestuft worden sind, hat das Land Nordrhein-Westfalen, speziell für diese Bereiche, die Erstellung sogenannter Hochwassergefahrenkarten und Hochwasserrisikokarten in Auftrag gegeben. Jeder Bürger erhält damit die Möglichkeit, für sich selbst das Maß der Betroffenheit im Hochwasserfall zu bestimmen und gleichzeitig die eigene, individuelle Gefahrenlage zu bewerten.

Hochwassergefahrenkarten informieren über die Ausdehnung und Tiefe von Überschwemmungsgebieten und basieren in ihrer Darstellung auf 3 Eintrittswahrscheinlichkeiten:

HQ häufig : Hochwasserereignisse, die mit hoher Wahrscheinlichkeit alle 10 bis 20 Jahre auftreten

HQ 100 : Ereignisse, die mit einer mittleren, 100jährlichen Wahrscheinlichkeit eintreten können

HQ extrem: Hochwasserereignisse mit einer extrem seltenen Eintrittswahrscheinlichkeit

Hochwasserrisikokarten geben zusätzlich einen Überblick über verschiedene Nutzungen und Schutzgüter, die durch Hochwasserereignisse, entsprechend der oben genannten Eintrittswahrscheinlichkeiten, bedroht sein können.

Über die Internetseite www.flussgebiete.nrw.de erhalten interessierte Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, sich über die Hochwasserrisiken an Emmer und Heubach zu informieren.