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Datum: 25.10.2019

Reineccius-Medaille 2019 geht an Prof. Dr. rer. nat. Johannes Üpping

Der November nähert sich und damit auch das Reineccius-Fest, das alle zwei Jahre am ersten Novemberwochenende nach Allerheiligen in Steinheim gefeiert wird. Haupt-Akt ist die Verleihung der Reineccius-Medaille für Pioniere und Querdenker am 3. November.

Der nunmehr neunte Preisträger der Medaille ist Prof. Dr. rer. nat. Johannes Üpping ein gebürtiger Nieheimer, dessen Lebensmittelpunkt seit vielen Jahren die Steinheimer Ortschaft Hagedorn ist.

Prof. Dr. Üpping wurde geboren am 28.05.1982. Nach dem Abitur studierte er von 2002 bis 2007 an der Universität Paderborn Physik. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter promovierte Üpping anschließend zum Thema „3D photonische Kristalle für photovoltaische Anwendungen“ im Jahr 2011 an der Martin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg im Fachbereich Physik. Danach wechselte er zu Stiebel-Eltron in die Entwicklungsabteilung für Wärmepumpen.

Reinecciusmedaillenträger Prof. Dr. Üpping
Reinecciusmedaillenträger Prof. Dr. Üpping

2015 wurde Üpping an die Hochschule Ostwestfalen-Lippe berufen. Seine Studierenden möchte er zum Mitdenken anregen, Begeisterung wecken: „Ich möchte den Studierenden zeigen, wie spannend der Blick über den Tellerrand sein kann“, sagte Üpping. Seine Lehre soll herausstellen, wie vielseitig, interdisziplinar und modern die elektrische Energietechnik aufgestellt ist. In der Forschung möchte er vor allem das effiziente Zusammenspiel von regenerativen Energieerzeugern, Energiespeichern und Energieverbrauchern erforschen, wie zum Beispiel das Zusammenspiel von Photovoltaik, Batterien und Wärmepumpen. Je besser dabei die Koordination zwischen den Erzeugern, Speichern und Verbrauchern ist, desto mehr regenerativ erzeugter Strom kann verbraucht werden und desto größer die Kostenersparnis.
Üpping ist Vorstandsmitglied am iFE - Institut für Energieforschung der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe. Dort forscht er zum Energiemanagement und elektrischen Speichertechnologien.

Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen seines Fachbereichs hat Johannes Üpping 2019 den neuen Bachelor-Studiengang „Energiemanagement und industrielle Klimaschutztechnologie“ ins Leben gerufen. „Um Energie und Treibhausgase einzusparen, brauchen wir Experten, die wissen wie das geht”, sagt Johannes Üpping, Professor am Fachbereich Elektrotechnik und Technische Informatik der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe.

Die Studierenden erlernen das nötige Handwerkszeug, um Betriebe, Gebäudekomplexe oder Stadtwerke auf energiearmen Betrieb auszurichten. Ziel des Studiums ist ein fundiertes technisches Wissen in den Bereichen Elektrotechnik, Mechatronik, Bau- und Energietechnik, sowie im Bereich Wirtschaft und Management.

„Dieser interdisziplinäre Ansatz ist wichtig, damit sich die Absolventinnen und Absolventen später im Betrieb behaupten können. Denn dort will man wissen, ob und wann sich eine Investition in den Klimaschutz rechnet”, sagt Johannes Üpping. „Bisher reden Ingenieure und Manager in den Betrieben oft aneinander vorbei, wenn es um das Thema Energie geht.”
Fridays for Future: Aktuell bietet Prof. Dr. Üpping freitags offene Vorlesungen in der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe an. Hier will er viele Fragen rund um das Thema Klimawandel und Energie diskutieren.

Projekt „Smart Country Storage

Mit seinem zukunftsweisenden Projekt „Smart Country Storage“, einer Machbarkeitsstudie für eine mögliche zukünftige Energiedienstleistung im Modelldorf Hagedorn (Modellkommune Steinheim) mit dem Ziel, eine autonome kleinräumige Energieversorgung aufzubauen, die Wertschöpfung in der Region zu halten und gleichzeitig die Energieversorgungskosten zu senken, leistet er im wahrsten Sinne des Wortes Pionierarbeit. Diese Dienstleistung soll einen gemeinschaftlichen zukünftigen Nutzen der zurzeit installierten Photovoltaikanlagen (gegebenfalls Windkraftanlagen) erzeugen, wenn diese Anlagen nach 20 Jahren aus der EEG - Förderung fallen. Dazu wird Energie von den Anlagenbesitzern lokal gekauft, in privaten dezentralen Speichern gespeichert und wieder lokal verbraucht, um so einen höheren quartiersbezogenen Energieverbrauch zu generieren. Dadurch ist es möglich, Wertschöpfung in der Region zu halten.

Privates Engagement für Dorfentwicklung und Lebensqualität

In seiner Freizeit engagiert sich Üpping als Vorsitzender des Heimatvereins Hagedorn für den Erhalt seiner Heimat. Als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr hat er das Projekt „First Responder“ für die Ortschaften der Stadt Steinheim initiiert - öffentlich zugängliche Defibrillatoren in allen Ortsteilen ermöglichen schnelle Erste-Hilfe-Maßnahmen.
Prof. Dr. Johannes Üpping wird geehrt für sein herausragendes und zukunftsweisendes Engagement in der Forschung zur Speicherung erneuerbarer Energien sowie seinen engagierten Einsatz, sein Heimatdorf Hagedorn an den Ergebnissen partizipieren zu lassen.

Laudator Prof. Dr. Jürgen Krahl

Laudator ist Prof. Dr. Jürgen Krahl, Präsident der Hochschule Ostwestfalen-Lippe.

Bevor Jürgen Krahl im Dezember 2016 das Amt des Präsidenten der Technischen Hochschule OWL angetreten hat, forschte und lehrte er an der Hochschule Coburg in der Fakultät Angewandte Naturwissenschaften. Zudem war er mehrere Jahre als Vizepräsident für Forschung, Internationalisierung und den Career Service der Hochschule verantwortlich. Darüber hinaus agierte er als Vorstandssprecher des Technologietransferzentrums Automotive Coburg.

Die Besucher der Veranstaltung können sich schon jetzt schon auf eine spannende und informative Verleihung freuen und anschließend das Treiben des Reineccius Marktes genießen. Die Verleihung der Reineccius Medaille ist öffentlich. Eine Teilnahme ist für jeden Interessierten möglich.

Besonderer Unterstützer des Veranstaltungsformates ist insbesondere die Vereinigte Volksbank in Steinheim, ohne deren Sponsoring und aktive Mitwirkung im Gremium die Veranstaltung in dieser Form nicht möglich wäre. Bei der Ideenfindung zur Verleihung der Reineccius Medaille für Pioniere und Querdenker stand die Vereinigte Volksbank von Anbeginn zur Seite.

Die Vereinigten Volksbank und die Stadt Steinheim haben mit der Auslobung der Reineccius Medaille eine Plattform geschaffen, die Pioniere und Querdenker auszeichnet, deren Arbeit würdigt und ehrt. Sie soll Motivation sein, auch heute „quer“ zu denken, „vermeintlich Unmögliches“ zu hinterfragen, zu forschen, zu widerlegen. Der Preis wird an Persönlichkeiten überreicht, die mit neuen Denkansätzen zukunftsweisende Prozesse gestaltet oder ein Umdenken angestoßen haben und deren Engagement Vorbildfunktion hat – insbesondere junge Menschen sollen ermutigt werden aktiv und kreativ zu sein im Sinne einer erhaltenswerten (Um)-Welt.