Die Fließgewässer und ihre zugehörigen Auen sind untrennbar miteinander verbunden und werden im Sinne der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie als landschaftsökologische Einheit betrachtet.
Die Notwendigkeit der Vergabe eines eigenständigen Hochwasserschutzkonzeptes, das sowohl einen detaillierten Katalog zu erforderlichen Schutzmaßnahmen als auch auenökologische Verbesserungen beinhaltet, resultiert aus den Erfahrungen der jüngeren Vergangenheit.
Speziell die in den Köpfen der Steinheimer Bevölkerung immer noch sehr präsenten Hochwasserereignisse der Jahre 1998 und 2007 haben zu konzeptionellen Überlegungen geführt, deren Fokus vor allem auf die Bereiche Gewässerentwicklung, Hochwasserschutz und touristische Inwertsetzung des Natur- und Erlebnisraumes „Auenlandschaft" gerichtet ist.

Abb. 1: Die Emmer, Gewässerabschnitt oberhalb der Uhlenmühle (Stadt Steinheim, 2005)
In der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses vom 12. Mai 2009 hat das von der Stadtverwaltung Steinheim beauftragte Ingenieurbüro für Wasserbau und Wasserwirtschaft Sönnichsen, das mit dem für landschaftsökologische Fachplanungen zuständigen Umwelt Institut Höxter eine Arbeitsgemeinschaft bildet, erste Gedanken vorgestellt.

Abb. 2: Abgrenzung des Untersuchungsgebietes (Ingenieurbüro Sönnichsen, Mai 2009)
Das dem Konzept zugrundeliegende Plangebiet umfasst die stadtnahen Bereiche von Emmer, Heubach und Teichwasser; zusätzlich soll im Interesse einer ganzheitlichen Betrachtung die Wehranlage bei Wöbbel in die planerischen Überlegungen einbezogen werden.
Da die Auenflächen, die in unmittelbarer Nachbarschaft zum Siedlungsgebiet liegen, und Fließ- wie auch Stillgewässer attraktive Ziele der Naherholung darstellen, werden im Rahmen des Hochwasserschutzes auch touristische und erlebnisorientierte Aspekte berücksichtigt. In diesem Zusammenhang ist eine intensive Beteiligung der Öffentlichkeit vorgesehen; damit wird der Bevölkerung die Möglichkeit gegeben, eigene Ideen und Vorschläge zur Gestaltung des Erlebnis- und Erholungsraumes „Aue" (vgl. z. B. Umfrageergebnisse des Heimatvereines Steinheim) einzubringen.
Die mit der Bevölkerung und den zuständigen Fachbehörden abgestimmten Maßnahmen sollen in den kommenden Jahren umgesetzt werden.
Ansprechpartner:
Dipl.-Geogr. Eberhard Fischer
Stadt Steinheim - Fachbereich 4: Planen und Bauen
Tel.: 0 52 33 / 2 11 76
Email: e.fischer@steinheim.de