Szigetszentmiklós gehört zur Agglomeration der Hauptstadt Budapest. Die Stadt liegt auf Csepel, der größten Insel der Donau-Seenplatte. Die Insel ist mehr als 50 Kilometer lang und etwa 3,3 Kilometer breit. Die Klimaverhältnisse in Szigetszentmiklós sind charakteristisch für die Tiefebene.
Der Name der Stadt geht auf den Heiligen Bischof Nikolaus von Myra zurück, Szent Miklós, dem Schutzheiligen der Fischer, der auch Patron der örtlichen Kirche ist. „Sziget" bezieht sich auf die Csepel-Insel, auf der der Ort liegt. Eine beachtliche Menge an Oberflächenwasser ist für die Entwicklung Szigetszentmiklós von großer Bedeutung, beispielsweise für die Fischerei und Wassersport. Die Donau zählt als Quelle des Trinkwassers und der Ernährung.
Auf dem Verwaltungsgebiet der heutigen Stadt existierten im Mittelalter acht Siedlungen, von denen zwei verblieben sind: Szigetszentmiklós und Lakihegy. Szigetszentmiklós war im Mittelalter ein typisches Frondorf mit einem Königlichen Gut. Anfang des 16. Jahrhunderts erlebte der „Marktflecken" einen Aufschwung, zwischen 1731 und 1739 war der Ort auch Bischofsresidenz.
Heute ist Szigetszentmiklós die sich am dynamischsten entwickelnde Gemeinde der Region. Sie ist reich an Natur-, Bau- und kulturellen Werten. Die ungestörte Welt der kleinen Donau lädt zu Wassertouren ein. Im Jahre 2002 wurde ein Lehrpfad auf diesem Abschnitt des Donauarmes ausgebaut. Als Besonderheit wurde dieser Pfad, der die Flora und Fauna des Gebietes präsentiert, auf Schwimm-Moor gebaut.
Eine im Bauernhaus aus dem 19. Jahrhundert untergebrachte Ausstellung stellt die mehrere tausend Jahre alte Geschichte der Stadt und ihrer Umgebung vor.
Der politische Systemwechsel 1989/1990 brachte viele Veränderungen in das ungarische Leben. Zahlreiche Bewohner der Hauptstadt Budapest zogen in die umliegenden Gebiete. Viele Budapester bauten Wochenendhäuser und Luxus-Wohnungen in der ruhigeren Umgebung. So wird in Szigetszentmiklós heute noch viel gebaut, der innere Stadtteil breitet sich aus. Damit zählt die Stadt heute zur hauptstädtischen Agglomeration, aber zugleich ist sie ein bedeutendes Zentrum des Kleingebiets von Ráckeve.
Die administrative Grenze von Szigetszentmiklós wurde Anfang des 19. Jahrhunderts zu Gunsten der sich individuell schnell entwickelnden Nachbargemeinde Csepel verkleinert. In der Umgebung wurde im zweiten Weltkrieg eine landesweit strategisch wichtige Flugzeugfabrik aufgebaut, die für viele Einwohner einen gut bezahlten Arbeitsplatz bedeutete. Nach dem Krieg erhielt die Stadt nach und nach vor allem durch Blockgebäude das Gesicht einer typisch sozialistischen Stadt, die 1970 Großgemeinde wurde, 1982 erhielt sie Stadtrechte. Die vielfältige Geschichte Szigetszentmiklós machte den Ort zu einer Stadt mit zwei Gesichtern. Ihr historischer Stadtteil hat noch dörflichen Charakter, neue Wohnsiedlungen prägen die Stadt. Szigetszentmiklós hat 24 Ratsmitglieder und verfügt unter anderem über einen Ausschuss für EU-Integration. Lokale Minderheiten wie Deutsche oder Bulgaren haben ihre eigenen Regierungen.
Internationale Beziehungen werden auch an den zahlreichen Schulen der Stadt groß geschrieben, die sich über wachsende Schülerzahlen freuen können. Allein die Batthyány Kázmér High School pflegt intensive Kontakte mit zwölf Partnerschulen in Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien, England, Litauen, und Griechenland.